Zeitgenössisches

Matt Haig – Die Mitternachtsbibliothek

Einen wunderschönen guten Morgen euch allen!

Habt ihr die Feiertage gut überstanden? Tja, bei uns war es etwas stressig, aber dennoch schön – also wie jedes Jahr, nur dass in diesem Jahr ein weiterer kleiner Begleiter mit an Bord war 🙂 

Ihr kennt meinen Vorsatz? 

Starte frisch ins neue Jahr!

Also geht’s auch schon weiter mit der nächsten Rezension für euch!

 

Matt Haig 

mit seinem Roman 

Die Mitternachtsbibliothek

(Cover und Rezensionsexemplar mit besten Dank an Droemer Knaur)

 

Infos zum Buch:

Gebundenes Buch: 320 Seiten
Verlag: Droemer HC; 10. Edition (1. Februar 2021)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 978-3426282564
Preis: 20,00 € (gebunden) / 17,99 € (eBook)

 

Zum Inhalt

Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.
Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?
Matt Haig ist ein zauberhafter Roman darüber gelungen, dass uns all die Entscheidungen, die wir bereuen, doch erst zu dem Menschen machen, der wir sind. Eine Hymne auf das Leben – auch auf das, das zwickt, das uns verzweifeln lässt und das doch das einzige ist, das zu uns gehört.

 

Über den Autor:

Matt Haig, Jahrgang 1975, ist ein britischer Autor. Seine eigenen Erfahrungen mit Depressionen und Angststörungen sind auch stets ein zentrales Thema in seinen Büchern. Zuletzt sind von ihm die Romane “Ich und die Menschen” (2014) und “Wie man die Zeit anhält” (2018) und “Die Mitternachtsbibliothek” (2021), sowie die Sachbücher “Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben” (2016) und “Mach mal halblang” (2019) erschienen. Matt Haig lebt mit seiner Familie in Brighton.

 

Mein Fazit und meine Rezension:

Wer möchte nicht wissen, wie sein Leben verlaufen wäre, hätte er sich an einem Punkt von diesem anders entschieden? Also – mich interessiert das schon und die Umsetzung dieser Idee hat auch Matt Haig interessiert. 

Seine Protagonistin Nora Seed nimmt sich das Leben und landet auf ihrem Weg ins Jenseits in der Mitternachtsbibliothek – ein Ort, der all die Bücher für sie bereit hält, die sie in ihrem Leben hätte schreiben können, hätte sie sich das ein oder andere Mal anders entschieden. Hier gibt es keine Zeit, hier gibt es keinen anderen Raum. Hier gibt es nur sie und die Bücher und ganz viele “was wäre, wenns”. 

Mehr braucht man zu dieser Geschichte wirklich nicht zu sagen. Zumindest nicht inhaltlich, denn die vielen Stationen in ihrem Leben, die Nora hätte anders beeinflussen können, kann man gar nicht aufzählen! 

Aber hier geht es nicht allein um Nora, denn dieses Buch wurde von Matt Haig für sich selbst, aber auch für uns alle geschrieben. Wir alle gelangen doch immer wieder einmal an den Punkt in unserem Leben, an dem wir uns entscheiden müssen. Mal können wir ihn deutlich sehen und erkennen, welche Auswirkungen er für uns, unser Leben und somit unsere Zukunft haben wird, mal handelt es sich um eine vielleicht für uns lapidare Angelegenheit, die dennoch große Auswirkungen haben kann. Letzten Endes steht aber immer eine große Frage hinter all dem: 

Was wäre, wenn

Was wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte? 
Was wäre, wenn ich einen anderen Weg genommen hätte? 
Was wäre, wenn ich etwas anderes studiert hätte? 
Was wäre, wenn ich nicht dorthin gezogen wäre? 
Was wäre, wenn ich nicht dieses oder jenes gekauft hätte? 
Was wäre, wenn ich diesem Menschen niemals begegnet wäre? 
Was wäre, hätte ich nicht dieses Jobangebot angenommen, sondern das andere? 

So viele Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Und genau damit hat Matt Haig in seinem neuen Roman gespielt und zwar ziemlich erfolgreich. Denn kein einziger Leser kommt aus diesem Roman wieder raus, ohne sich nicht mindest selbst einmal die Frage zu stellen: 

Was wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte? 

Mir ging es zumindest so.

Dieses Buch ist also kein reiner Roman, es ist ein Buch, das dein Leben nachhaltig verändern kann – denn es hinterfragt für dich alles. Wie hätte deine Abteilung der Mitternachtsbibliothek wohl ausgesehen? Welche Bücher würden für dich wohl bereit stehen? 

Alles Fragen, die wir nicht beantworten können – doch, das können wir! Denn jetzt wissen wir, worauf wir achten müssen und können achtsamer durch unser Leben gehen. Anstelle der Frage “was wäre, wenn”, stellt euch doch diese Frage: 

“Wenn nicht jetzt, wann dann?”

Wer also hier denkt, er findet einen Roman, den er einfach mal so nebenbei lesen kann, der täuscht gewaltig, denn diese Geschichte ist eine Geschichte, die alle betrifft und alle berührt. 

Meine Bewertung daher: 5 von 5 Punkten 

 

 

 

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